EZB prüft Anleihenkaufprogramm

Das umstrittene Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank wird derzeit intern von Juristen geprüft. Sowohl bei der EZB als auch bei der Bundesbank gäbe es bezüglich des angekündigten Programms, welches im Notfall den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen vorsieht, Zweifel. Die Notenbanken wollten sich für die Eventualität einer Klärung der Rechtslage vor dem Europäischen Gerichtshof juristisch wappnen, schrieb die „Bild“-Zeitung.

Hatte EZB-Präsident Mario Draghi noch versichert, dass man sich Mandats-konform verhalte, äußerte sich Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kritischer und lehnte das Programm ab, da diese Vorgehensweise zu nah an einer Staatsfinanzierung durch die Notenpresse läge.
Weiterhin äußerte er Bedenken, die Geldpolitik könne damit ins Schlepptau der Fiskalpolitik geraten. Unterstützung erhielt Weidmann von dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).
BDI-Präsident Hans-Peter Keil warnte vor einem zu schnellen Zurückgreifen auf Anleihekäufe durch die EZB und appellierte erst einmal die Wirkung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) abzuwarten.

Wechselkurs EUR/CHF stabil

Der Wechselkurs Euro/Schweizer Franken (EUR/CHF) hält sich weiterhin stabil. Von der Euro-Schuldenkrise ist der Wechselkurs jedoch ebenfalls betroffen.

Im vergangenen September hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) das Wechselkursziel von 1,20 gegenüber dem Euro bekannt gegeben. Ab diesem Ziel würde sie demnach intervenieren, um den Schweizer Franken zu verteidigen. Der Schweizer Franken galt seitdem als sichere Anlage, was zu einer deutlichen Aufwertung der Währung führte. Da ein zu starker Schweizer Franken die einheimischen Produkte jedoch am Weltmarkt relativ teuer machte und die Schweizer Einzelhändler Umsatzverluste erlitten, intervenierte die Notenbank wiederholt am Devisenmarkt, um den Wechselkurs zu stabilisieren. Diese Interventionen sind in der Schweiz sehr umstritten.

Jochen Hartwig, Volkswirt beim KOF-Institut in Zürich, schätzte ftd.de gegenüber ein, dass der Euro/Schweizer Franken-Wechselkurs jedoch ebenfalls von der Euro-Krise betroffen ist. Nachdem es anfangs so aussah, als ließe sich die Wechselkursuntergrenze ohne Devisenkäufe der SNB halten, habe die Verschärfung der Krise im Euro-Raum dazu geführt, dass die SNB mittlerweile massiv am Devisenmarkt intervenieren müsse, sagte Hartwig. Aktuell liegt der Wechselkurs bei 1,2007 Schweizer Franken je Euro.

Euro unter Druck

Der Euro verlor den vierten Tag in Folge gegenüber dem US-Dollar. Der Grund dafür ist die große Unsicherheit der Anleger vor dem EU-Gipfeltreffen.

An den Devisenmärkten hat sich die risikofreundliche Tendenz zum Auftakt nicht halten können. Der Euro verlor den vierten Tag in Folge und sank um 0,3 Prozent auf 1,2429 Dollar. Dies liegt vor allem an dem mit Spannung erwarteten EU-Gipfels. Anleger sind zunehmend verunsichert, da eine nur geringe Hoffnung auf einen Durchbruch während des Gipfeltreffens besteht. Die wichtigsten Aktienindizes geben deutlich nach und der Euro gerät unter Druck.
Während sich der Euro am Mittwoch bei der Marke von 1,25 US-Dollar halten konnte, fiel er am Donnerstag unter diese Grenze.
Am Mittwoch hatte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy die Staats- und Regierungschefs der EU aufgefordert, beim EU-Gipfel Entschlossenheit im Kampf gegen die Finanz- und Eurokrise zu zeigen. Hingegen wurde am Donnerstag Morgen bekannt, dass in Brüssel zwar über eine europäische Bankenaufsicht und auch die mögliche Rolle der EZB (Europäischen Zentralbank) diskutiert werden soll, aber nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen soll es keinen Beschluss geben. Deutschland sei der Überzeugung, dass man bei der Aufsicht der Banken einen Schritt weitergehen und zu einem europäischen System kommen müsse. Weiter heißt es, dass die Komplexität der Materie spreche dafür, dass auf dem Gipfel lediglich Aufträge erteilt würden, um Modelle zur Lösung einzelner Fragen vorzuschlagen. Nach Ansicht von David Woo von der Bank of America-Merrill Lynch könnte der Euro wegen der geringen Aussichten auf einen Durchbruch in den kommenden Wochen sogar auf 1,20 Dollar fallen.

Euro vor Fed-Sitzung fest

Mit Spannung werden die Ergebnisse der US-Notenbank Fed am Mittwochabend erwartet Der Euro tendiert vor der Fed-Sitzung gegenüber dem US-Dollar fest.

Der Euro kostet derzeit rund 1,2708 USD und ist damit im Vergleich zum Morgen nur leicht angestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagmittag auf 1,2619 Dollar festgesetzt.
Die Gemeinschaftswährung kann von der leicht angespannten Lage an den Anleihemärkten Spaniens und Italiens profitieren. Für leichten Auftrieb des Euro führt zudem der Ausgang der Griechenland-Wahl und der sich abzeichnende Erfolg bei der Regierungsbildung durch eine Dreierkoalition. Positiv beeinflusst wurde der Euro-Kurs durch das Bekanntwerden des Protokolls der letzten Sitzung der britischen Notenbank, welches offen legte, dass die Bank of England Anfang Juni fast ihr Anleiheprogramm aufgestockt hätte. Die Entscheidung gegen diesen Schritt fiel knapp aus mit fünf zu vier Stimmen.
Am Mittwochabend werden des Weiteren gespannt die getroffenen Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve (kurz: Fed) bekannt gegeben. Es gilt allgemein angenommen, dass die Fed ihre „Operation Twist“, die Ende Juni ausläuft, verlängert und eventuell modifizieren wird. Somit wäre es der Fed möglich, ihr Anleiheportfolio stärker in Richtung von langlaufenden Staatsanleihen auszurichten. Diese Maßnahme könnte stimulierend für die Konjunktur wirken, indem es die Renditen am langen Laufzeitende voraussichtlich weiter drücken würde.

Syrien druckt frisches Geld

In Folge der monatelangen Kämpfe in Syrien ist der Staat kaum noch in der Lage seine Staatsbediensteten zu bezahlen und befinden sich am Rand einer ökonomischen Katastrophe.
Nun druckt das befreundete Land Russland frisches Geld für den stark geschwächten Staat, allerdings forciert die Assad-Regierung damit eine deutliche Verschärfung der Inflation.

Nach einigen Angaben von Bankenvertreten sei unter anderem bereits in der Hauptstadt Damaskus versuchsweise neues Bargeld aus russischer Produktion in Umlauf.

Chart: Euro in Syrische Pfund


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